Schreiben von Wolfgang Sensfuß zum geplanten Bau zweier Mehrfamilienhäuser im Park der Familie Siebel an der Krottorfer Straße

Wolfgang Sensfuß
Baumweg 8
57258 Freudenberg

 

Kahlschlag im Flecken

 

Die Folgen der Swapkatastrophe der letzten Jahre sind haushaltsmäßig noch nicht abgefangen. Aber der Kasino-Kapitalismus schlägt erneut in Freudenberg zu. Die von Hans Werner Sinn diagnostizierten Systemfehler lagen u.a. im Immobilienbereich. Wiederholt der Kasino-Kapitalismus seine Fehler aus der Zeit der Lehmann-Pleite?

Nicht nur das wunderschöne Gebiet am Ischeroth soll umgewühlt und in eine Industriefläche gegen den Widerstand der betroffenen Bevölkerung verwandelt werden. Jetzt ist auch der Flecken unmittelbar bedroht. Der Siebelsche Park an der Crottorfer Straße soll 29 Wohneinheiten mit dazugehöriger Tiefgarage weichen. Dafür muss der Park beseitigt und sehr viel Aushub über die Krottofer Straße abgefahren werden. Der untere Teil dieser Straße wird noch unübersichtlicher und gefährlicher. Der Alte Flecken liegt dann als Insel in einer unwirtlichen Umgebung.

Es gibt doch in Freudenberg viele hochpreisig leerstehende Wohnungen! Seit über 20 Jahren wurden keine Sozialwohnungen mehr in Freudenberg gebaut! Es gibt doch Menschen in Freudenberg, die sich diese hochpreisigen Wohnungen nicht leisten können. Hinzu kommt auch noch, dass die vom Rat beeinflussten Wohnnebenkosten in Freudenberg recht hoch sind.

Die Lunge des Alten Fleckens, die den Staub und den Lärm von der Krottorfer Straße zurückhält, soll bis zur Unkenntlichkeit beseitigt werden. Was wollen wir den nächsten Generationen von den Kleinodien, die die Natur den Freudenbergern geschenkt hat, noch hinterlassen? Sieht so Verantwortung für die kommenden Generationen aus?

Markante Gebäude der Freudenberger Baugeschichte an der Bahnhofstrasse und an der Burgstrasse mussten in der Amtszeit des Bürgermeisters Günther langweiligen Zweckbauten weichen. Man kann nur hoffen, dass seine Nachfolgerin den weiteren Kahlschlag an den Freudenberger Kleinodien verhindert und Freudenberg für seine Bürger eine liebenswerte und vertraute Heimat bleibt.

Will oder kann man mit einer solchen Nivellierungspolitik wirklich qualifizierte Fachkräfte holen? Muss die Politik und Wirtschaft in Freudenberg nicht auch berücksichtigen, dass bei zunehmendem Fachkräftemangel auch die Qualität des Lebensumfeldes eine nicht zu unterschätzende wichtige Rolle spielt?

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