Gemeinsamer Antrag Gemeinschaftsschule

CDU – Fraktion  ;          SPD – Fraktion   ;         FDP – Fraktion  ;
Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen    ;   Fraktion Alternative Liste

An den
Bürgermeister der Stadt Freudenberg
Herrn Eckhard Günther
Mo” rer Platz
57258 Freudenberg

Freudenberg, den 2. Nov. 2010

Antrag gemäß der Geschäftsordnung des Rates der Stadt Freudenberg

Sehr geehrter Herr Günther,

Die Fraktionen im Rat der Stadt beantragen,
der Rat möge den Bürgermeister beauftragen, zu prüfen, ob am Standort Schulzentrum in Büschergrund in Zusammenarbeit mit der Real- und Hauptschule die Möglichkeit besteht, zum 1. August 2011 eine Gemeinschaftsschule mit gymnasialen Zweig einzurichten.

Begründung:
Auf der Grundlage des Schulentwicklungsplanes der Stadt Freudenberg, der in Kürze vorliegen wird, werden sich die Schülerzahlen der beiden von der Stadt angebotenen Sekundarschulen Haupt – und Realschule im Mittel der Schuljahre 1998/1999 – 2003/2004 von 977 Schülern bis zum Schuljahr 2015/2016 auf nur noch 650 Schüler (-33%) verringern.

Die Hauptschule Freudenberg wird in diesem Verlauf bis zum Schuljahr 2015/ 2016 einen Rückgang ihrer Schülerzahl von gegenwärtig 345 Schülern – 2,4 Züge – auf voraussichtlich 220 Schüler – 1,5 Züge – und längerfristig bis zum Schuljahr 2021/ 2022 auf nur noch 195 Schüler – 1,4 Züge – haben.

Die Realschule Freudenberg wird bis zum Schuljahr 2015/ 2016 einen Rückgang ihrer Schülerzahl von gegenwärtig 518 Schülern – 3,1 Züge­auf voraussichtlich 430 Schüler – 2,6 Züge – und längerfristig bis zum Schuljahr 2021/2022 auf nur noch 368 Schüler – 2,2 Züge – haben.

Unter Hinweis auf § 82 Abs. 4 und 5 SchulG sind Haupt- und Realschulen grundsätzlich 2-zügig zu führen.
Unter diesem Aspekt besteht für die Hauptschule Freudenberg ein Problem und wird zu einem späteren Zeitpunkt auch für die Realschule zu einem Problem werden.

In der demografischen Entwicklung stellt sich die Stadt Freudenberg positiv mit relativ stabiler Bevölkerungsentwicklung dar. Trotzdem muss aber auch mit zurückgehenden Kinder- und Schülerzahlen gerechnet werden.

Eine Erweiterung des Schulangebotes in der Stadt muss daher aus 2 Gründen angestrebt werden:

Einerseits gilt es, längerfristig überhaupt noch ein trag- und leistungsfähiges Sekundarschulangebot zu erhalten und mit einem breiten Bildungsspektrum möglichst viele Schüler der Stadt wohnortnah zu binden und damit das Sekundarangebot zu sichern.

Anderseits muss die Stadt für ihre weitere Stadtentwicklung infrastrukturelle Rahmenbedingen schaffen, wobei dem Bildungsbereich eine herausragende Schlüsselstellung zukommt.

Die Zusammenführung der Haupt- und Realschule – und damit die Auflösung der Hauptschule als eigenständige Schulform – und im Gegenzug die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule stärkt den Schulstandort Freudenberg und sichert den Eltern und Schülern, dass alle Schulabschlüsse in Freudenberg erreicht werden können (einschI. Abitur).

Um planerisch zu ermitteln, ob der Bedarf für eine Gemeinschaftsschule besteht, ist eine Elternbefragung erforderlich. Dabei sollten die Eltern der Freudenberger Grundschüler vor einer Befragung so umfangreich informiert werden, dass ihnen damit Gelegenheit gegeben wird, sich über das neue Schulangebot zu informieren und insbesondere das damit verbundene pädagogische Konzept kennenzulernen.

Bei der Entscheidung über die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule kommt nämlich dem pädagogischen Konzept, der Elterninformation und dem Ergebnis der Elternbefragung eine Schlüsselstellung zu. Für die im Rat vertreten Fraktionen gilt hierbei, dass der Elternwille vorrangig vor dem politischen Willen steht. Oder anders ausgedrückt, die Eltern entscheiden, ob es eine neue Schulform mit einem gymnasialen Zweig in Freudenberg geben wird. Alle Fraktionen möchten aber zum Ausdruck bringen, dass sie die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule aus den o.g. Gründen ausdrücklich begrüßen und für die Weiterentwicklung Freudenbergs als Wohn- und Wirtschaftsstandort für sehr förderlich ansehen.

Da nach jetzigem Stand davon auszugehen ist, dass das entsprechende Verfahren einschl. einer evtl. AntragsteIlung bis zum 31. Dezember 2010 abgeschlossen sein muss, ist dringender Handlungsbedarf gegeben.
Die Fraktionen beantragen daher auch, dass schnellstmöglich durch den Bürgermeister zu einer außerordentlichen Ratssitzung eingeladen wird.
Mit freundlichen Grüßen

Peter Kulik
CDU-Fraktionsvorsitzender

Horst Fischer
SPD-Fraktionsvorsitzender

Rudolf Kalteich
FDP-Fraktionsvorsitzender

Christiane Berlin
Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/ Die Grünen

Hans – Dieter Wierczoch
Fraktionsvorsitzender Alternative Liste

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