Gemeinsam für die Zukunft der Schule

Freudenberg Antrag aller Fraktionen: Prüfauftrag zur Realisierung einer Gemeinschaftsschule ab August 2011 am Standort Büschergrung.

pebe • “Das ist ein Novum für Freudenberg” , strahlte gestern Abend Horst Fischer (SPD). Das Neue: Über alle Grenzen und Unterschiede hinweg haben die fünf Fraktionen im Freudenberger Rat einen Antrag gestellt, der die Schullandschaft in der Stadt verändern und zugleich fit für die Zukunft machen soll, wenn es nach den Vorstellungen der Kommunalpolitiker geht.

Gemeinsam mit Peter Kulik (CDU), Pia Lück-Klaas (FDP), Hans-Dieter Wierczoch (AL) sowie Christiane Berlin und Eberhard Schray (beide Grüne) stellte Fischer als Vorsitzender des Sport- und Schulaussschusses den Antrag und seine Hintergründe der Presse vor.

Knapp zusammengefasst, wollen die Fraktionen einen Prozess anstoßen, der aus Haupt- und Realschule eine Gemeinschaftsschule mit gymnasialem Zweig formen würde – und das schon zum 1. August 2011, also mit Beginn des nächsten Schuljahrs. “Unser aller Ziel ist es, längerfristig ein trag- und leistungsfähiges Sekundärschulangebot zu erhalten und Schüler an Freudenberg zu binden”, so Fischer. Eine Gemeinschaftsschule in Zusammenarbeit mit Haupt- und Realschule könne den Standort stärken.

Beide Abschlüsse der Sekundarstufe I sollten ermöglicht werden, und die Erweiterung um den gymnasialen Zweig entspreche einem “lang gehegten Wunsch aller Eltern”.Wichtig, so betonte Fischer, sei aber, dass es hierbei nicht um eine politische Entscheidung gehe, sondern

“der Elternwille geht hier” vor den politischen Willen”.

Aber dies sei breiter politischer Konsens. So ist in dem Antrag auch als Bedingung der planerischen Bedarfsermittlung eine Elternbefragung als “erforderlich” genannt – und zugleich wird eine “umfangreiche” Information der Eltern über das mögliche neue Schulkonzept gefordert.

“Wir stehen unter Druck mit diesem Antrag”, erklärte Peter Kulik.

Denn die Fraktionen wollten, dass die Stadt die von der Landesregierung eingeräumte Chance eines Schulversuchs an einer begrenzten Anzahl von „Modellschulen” wahrnehme. Dazu müssten aber fertige Konzepte bis zum Jahresende in Düsseldorf vorliegen.

“Der Schulentwicklungsplan zeigt uns die Zukunft”, fuhr Kulik fort, “tun wir nichts, dann können wir bald die Hauptschule nicht mehr füllen.” Es gehe nicht um eine “Konkurrenz zu Siegen”, das betonte auch Fischer. Kein Schulstandort in Siegen werde gefährdet, lediglich 15 Prozent der Freudenberger Schüler gingen auf Siegener Schulen.
Allerdings sei ein gut aufgestelltes Schulsystem “ein wichtiger Standortfaktor bei Zuzügen junger Familien.”

Mit Blick auf die prognostizierte Entwicklung bis 2015/16 weisen die Fraktionen in ihrem Antrag denn auch auf die kontinuierlich schrumpfende Schülerzahl an Haupt- und Realschule hin. Dadurch werde es auf Dauer problematisch, die Schulen in der geforderten Zweizügigkeit zu halten. „Wir sind froh, dass wir die Herausforderung für die Optimierung der
Schullandschaft angenommen haben”, betonte Pia Lück-Klaas mit Blick auf diese Zahlen.

„Wenn wir nichts machen, dann werden wir von außen reglementiert.”
Der noch vorhandene Zeitdruck müsse aus der Arbeit an der Schulzukunft herausgenommen werden, mahnte HansDieter Wierczoch trotz grundsätzlicher Zustimmung der AL.
Eberhard Schray und Christiane Berlin wiesen darauf hin, dass Fahrschüler, die nach Siegen pendelten, “viel unnütze Lebenszeit mit langen Schulwegen vertun” und so manchmal Schultage bis zu zwölf Stunden zu absolvieren hätten, wie Peter Kulik vorrechnete.

Chrtstiane Berlin betonte, es sei nun erst einmal viel Vorarbeit zu leisten, damit “die Eltern wissen, was sie an Möglichkeiten erwartet”. Bislang gebe es über die verschiedenen Schulformen nur Halbwissen. An erster Stelle seien auch die Lehrer gefragt.

Seitens der Verwaltung, sagten die Fraktionsvertreter, seien die Schulleitungen über den gemeinsamen Vorstoß bereits informiert worden, zudem habe es bereits ein Gespräch mit der Bezirksregierung gegeben.

Auf das Raumangebot angesprochen, meinte Horst Fischer, das vorhandene Angebot in Büschergrund reiche für die Gemeinschaftsschule aus, allerdings könnten für die Sekundarstufe II weitere Räume nötig werden.
Investitionen müssten auch getätigt werden, z.B. für die Einrichtung einer Mensa. “Uns ist klar, dass das Geld kostet”, sprang ihm Peter Kulik zur Seite, “aber wenn man Bildung” unterstützen und vorantreiben will, dann muss man Gelder in die Hand nehmen.”

aus Siegener-Zeitung vom 11. November 2010

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