Für ein attraktives Schulsystem in Freudenberg und den Nachbargemeinden

Bisher haben wir die Idee einer Gemeinschaftsschule bis zur Klasse 10 mit dem gemeinsamen Antrag mit den übrigen Fraktionen unterstützt.
Aufgrund detaillierter Erkenntnisse aus dem Gespräch mit den Schulleitungen der Haupt- und Realschule sowie einer großen Anzahl von Lehrern beider Schulen am 23.11.2010, den formalen und pädagogischen Hinweisen der Schulaufsicht sowie der rückschauenden kritischen Betrachtung des bisherigen Verlaufs der Diskussion um die Gemeinschaftsschule in Freudenberg muss das weitere Vorgehen neu durchdacht werden.

Der Rückblick auf die bisher gelaufene Diskussion  zeigt, dass wir uns zu sehr unter Zeitdruck haben setzen lassen. Die AL wiederholt daher ihre Auffassung, dass die Politik es bisher aus Zeitgründen versäumt hat, die rechtzeitige Mitarbeit der Lehrer und Eltern zu berücksichtigen bzw. einzufordern, bevor die Öffentlichkeit unvorbereitet unterrichtet wird.
Auch unterschiedliche Positionen zur Schulform in Freudenberg müssen auf dem Hintergrund der stark schrumpfenden Schülerzahlen diskutiert werden. Eltern und Lehrer müssen ihre Vorstellungen in die Diskussion einbringen.

Der Zeitdruck muss umgehend aus der Auseinandersetzung um die künftige Schulform in Freudenberg herausgenommen und auch andere mögliche Schulformen mit in der Diskussion bedacht werden. Sonst wird die Politik in Freudenberg unglaubwürdig.
Folgende Aspekte sind bei der weiteren Diskussion zu beachten:

Problem: 2. Fremdsprache in der Klasse 6,
Wie kann hier der Überforderung schwächerer Schüler begegnet werden?

Problem: Vierzügigkeit
Die Vierzügigkeit ist Voraussetzung, dass ab der 7.Klasse der Unterricht differenziert werden kann, um die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe erreichen zu können. Hierzu sind mindestens 92 Anmeldungen für die 5. Klasse einer Gemeinschaftsschule notwendig.

Problem: gymnasiale Oberstufe
Wenn in Freudenberg eine gymnasiale Oberstufe eingeführt werden soll, muss sie im Angebot mit den entsprechenden Siegener Gymnasien oder Gesamtschulen konkurrenzfähig sein. Dies bedeutet, dass ein recht umfassendes Angebot in den Leistungs- und Grundkursen notwendig ist,
d.h. dass für die beginnende Jahrgangsstufe 11 eine Schülerzahl notwendig ist, die sehr deutlich über 50 Schüler liegen muss.
Um diese Probleme zu lösen, muss dringend ein konstruktives Gespräch mit den bestehenden Schulen und den dazugehörigen formalen Gremien stattfinden, sonst ist das Projekt Gemeinschaftsschule zum Scheitern verurteilt. Eine große Informationsveranstaltung in der Aula in Büschergrund wird nicht genügen. Denn die eingeforderte Elternbefragung sollte sorgfältig mit den Schulen vorbereitet werden.

Sollte aus der Elternbefragung die Erkenntnis gewonnen werden, dass auch eine andere Schulform zweckmäßig erscheint, müsste die Politik schnellstens umdenken.
Außerdem schlagen wir vor, auch  kreisweit die sich abzeichnenden Veränderungen in der Schullandschaft mit den einzelnen Gemeinden abzustimmen, damit die Gemeinden sich nicht gegenseitig die Schüler abwerben und in der einen oder anderen Gemeinde kein funktionsfähiges und differenziertes Schulsystem mehr existieren kann. Auch gemeindeübergreifende Kooperationen sollten nicht Tabu sein.

Denn ein funktionstüchtiges differenziertes Schulsystem im Siegerland wird positive
Auswirkungen auf den Zuzug von qualifiziertem Personal mit deren Familien haben. Somit wird
auch der Siegerländer Wirtschaft die Zukunft gesichert.

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