Konsens über die neue Schulform bröckelt

Rat bringt gegen die Stimmen der AL und die Schulleitungen auf den Weg – Eltern frühzeitig informieren.

Freudenberg.

Der Freudenberger Stadtrat will die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule mit gymnasialem Zweig prüfen lassen.
Das hat der Stadtrat nicht einstimmig beschlossen – obwohl vor kurzem alle Fraktionen gemeinsam den Prüfauftrag auf den Weg gebracht hatten.
Der Konsens bröckelt:
Die Alternative Liste ,(AL) sowie der Lehrer und Stadtverordnete Hans März (SPD) stimmten gegen den Antrag. Hans-Dieter Wierczoch (AL) äußerte “arge Bedenken” nach Gesprächen mit Schulleitungen und Lehrern der Freudenberger Haupt- und Realschule.

Der Zeitdruck sei zu groß. Die engere Einbindung von Eltern und Lehrern sei erforderlich. Wierczoch befürchtet, die Voraussetzung der Vierzügigkeit ab Klasse 7 könne möglicherweise nicht erfüllt werden. Auch stellte er die Konkurrenzfähigkeit einer gymnasialen Oberstufe in Frage.

Andere Modelle für Freudenberg prüfen

Hans März betonte noch einmal die ablehnende Haltung der Schulleitungen und Lehrerkollegien gegenüber der Gemeinschaftsschule (wir berichteten) und forderte, auch die Einrichtung einer Verbundschule und eines Gymnasiums in Freudenberg prüfen zu lassen.

Wenn der Prozess wirklich, wie angekündigt, ergebnisoffen verlaufen solle, müssten auch andere Modelle geprüft werden können. Sonst gleiche das einem Misstrauensvotum gegen die Lehrerschaft.

Bürgermeister Eckhard Günther betonte im Ratssaal, man wolle bis zum 31. Dezember 2010 lediglich eine Interessenbekundung abgeben, um den Antrag gegebenenfalls in der in Aussicht gestellten, zweiten Genehmigungsrunde 2011 zu stellen.

Die Gemein­schaftsschule würde dann, so die Prüfung erfolgreich verlaufe, frühestens 2012/13 eingerichtet. Eine Informationsveranstaltung, um den Eltern das pädagogische Konzept zu erläutern, solle so früh wie möglich stattfinden.

Die Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP wiesen noch einmal auf die ihrer Ansicht nach bestehende Dringlichkeit des Themas hin.
Horst Fischer (SPD) warnte, wenn nichts geschehe, werde 2015/16 eine der bestehenden Schulen in Freudenberg aufgelöst.
Peter Kulik (CDU) erwiderte Hans März, man könne nicht zwei Dinge gleichzeitig prüfen.

Bekommt Hauptschule nur neuen Namen?

Zudem werde sich bei einer Verbundschule lediglich der Name der Hauptschule ändern. Er warf einer der Schulleitungen vor, noch nicht einmal den Antrag der Fraktionen gelesen zu haben.
Dies wies Hans März zurück. “Wir brauchen den ersten Schritt”, appellierte auch Christiane Berlin (Grüne). juli

Westfälische Rundschau vom 27.11.2010

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